Mentalcoach hat den Bogen raus

Salvador Rodríguez (47) trainiert nicht nur die Körper seiner Klienten, sondern auch ihre Köpfe – mithilfe von intuitivem Bogenschießen.

Als die deutschen Turnerinnen bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 mit Rang sechs im Team-Finale das mit Abstand beste Ergebnis seit der Wiedervereinigung erzielten, jubelte auch Salvador Rodríguez.
Aus gutem Grund, schließlich hat der 47-Jährige einen Anteil an diesem historischen Erfolg: Der Fitness-Coach, der sein Studio in Neuss an der Further Straße hat, bereitete das Team um Cheftrainerin Ulla Koch im Frankfurter Olympia- Zentrum auf das wichtige Turnier in Brasilien vor.
Unter anderem mit einer Mental-Übung, die in der Sportwelt noch nicht all zu weit verbreitet ist – dem intuitiven Bogenschießen nach „Do Kan Yo“. Das Konzept wurde 1995 von Volkhart Kuhn entwickelt. „Er ist mein Mentor“, sagt Rodriguez, der deutschlandweit als Ausbilder für dieses patentierte Konzept tätig ist.

Grob beschrieben sollen die Übungen am Bogen das Zusammenspiel von körperlich-motorischen und geistig seelischen Abläufen verbessern. Ohne Wettkampf und Erfolgsdruck.
So gibt es beim „Do Kan Yo“ eine große einfarbige Zielscheibe ohne Ringe. Auf Punkte kommt es also nicht an.

Nicht nur Sportler – unter anderem Bundesliga-Fußballer –, sondern auch Bosse großer Unternehmen und Popstars nehmen regelmäßig die Dienste des gebürtigen Spaniers in Anspruch. Der Kundenstamm ist breit gefächert. „Es kann die Sängerin sein, die sich mental entspannen möchte, oder ein Manager, der zwei Stunden vor der Unterschrift eines Millionen-Vertrages Bogenschießübungen macht, um ganz bei sich zu sein“, sagt der Sport-Experte, der das Nordic Walking im Rahmen seiner Tätigkeit als Gesundheitsmanager für die spanische Regierung von 2006 bis 2008 in Spanien bekannt machte.
Namen seiner teilweise berühmten Klienten möchte der 47-Jährige nicht nennen: „Das hat einfach mit der nötigen Diskretion zu tun.“ Aus diesem Grund verfügt sein Studio auch über einen Hintereingang, damit Sport- und Popstars unerkannt an der Further Straße trainieren können.

Was Salvador Rodríguez wichtig ist: „Die Übungen biete ich nicht nur Promis, sondern jedem an. Sie sind für alle zugänglich“, sagt er. Das intuitive Bogenschießen nach „Do Kan Yo“so sei so erfolgreich, dass sich nun auch Krankenkassen für die Übungen interessieren.

Doch was unterscheidet das „Yoga am Bogen“, wie es ebenfalls genannt wird, von den weit verbreiteten Entspannungsübungen? „Man ist beschäftigt mit dem Material des Bogens, der einen Urinstinkt des Menschen weckt. Mit den Übungen arbeitet man zum einen an seiner Körperhaltung, später setzt dann die Psyche ein. Auch die Atmung spielt dabei eine große Rolle. Man kommt zur Ruhe und wird sozusagen auf sich selbst aufmerksam“, sagt Rodríguez, der Anfang April fünf Tage lang von einem spanischen Fernsehteam begleitet wird, das eine Dokumentation über seine Tätigkeit drehen möchte.

Und auch den deutschen Turnerinnen soll er dabei helfen, so erfolgreich zu sein wie in Rio 2016. „Ich wurde schon gefragt, ob ich weiterhin für die Nationalmannschaft zur Verfügung stehe und mich um die Vorbereitung für Tokio 2020 kümmere – das ist natürlich ein Ritterschlag“, sagt der 47-Jährige.

Die Do Kan Yo® Methode

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